Skitourenwoche im Prättigau
vom 06. bis 10.02.2011 in St. Antönien

Eigentlich lässt der Name Anton eher an den Arlberg denken. Aber der Heilige hat sich auch im Schweizer Prättigau verewigt. Man findet St. Antönien, wenn man zunächst das obere Rheintal ansteuert und dann Richtung Klosters/Davos abbiegt. In Küblis geht’s von der Hauptstraße ab und kurvenreich hinauf auf 1420 m Höhe: am Ende der Fahrstraße kuschelt sich ein „chlises Dörfli“ an die Hänge, schöne Walserhäuser in dunklem Holz, vereinzelt noch mit echten Kühen, mittendrin ein gotisches Kircherl und ein altes Gasthaus, unser „Hotel Rhätia“.

Zwei Autos mit dem Kennzeichen MB und jeweils 3 Insassen treffen sich dort zur 5 - tägigen Tourenwoche. Der Himmel ist blau, die Gipfel ringsum leuchten in der Sonne. Die Schneelage entlockt aber einige Seufzer, zu Unrecht, wie wir später sehen.

Doris hat die Unterkunft gut gewählt: Ein gediegener Holzbau mit ein paar netten Gästezimmern, freundliche helle Stube, für Sigi gefährlich niedrige Balken. Das Essen ist guter Durchschnitt (die Betonung liegt auf gut). Die Halbpension für Zimmer mit Dusche kostet SF 115. Empfindsame Schläfer müssen allerdings gewarnt werden vor durchschlagenden Zeitansagen vom Kirchturm, der direkt neben dem Gasthaus steht. Der Stundenschlag wird immer repetiert, um 5 Uhr früh also 5 + 5, um 11 Uhr abends 22 mal gong, und so weiter. Günter war am Morgen ganz verstört.

Die Bergwelt rund um das Dorf bietet prächtige Gipfel zwischen 2200 und 2800 m. Oft sind es markante Felszapfen. Doch der liebe Gott hat ständig an die Skibergsteiger gedacht, als er die Landschaft hier aufgefaltet hat: Fast überall herrlich geneigte, baumlose Hänge in alle Himmelsrichtungen, somit auch alle möglichen Schmankerl in Pulver und Firn. Für uns allerdings durchwegs mehr oder weniger harter Altschnee mit vielen Vorgängerspuren. Aber wenn man fünf wolkenlose windstille Tage dagegen rechnet, ist’s doch ein Superglück.

Günter hat uns sicher und umsichtig auf die Gipfel geführt, deren Namen lustvoll in den Ohren klingen: Hasenflüeli (2412m), Riedchopf (2552m), Girenspitz (2369m), Rätschenhorn (2703m) und Jägglischhorn (2290m). Die Aussicht bei dem Wetter war Waaahnsinn. Jemand war gerade beim Gipfelzählen, als ihn Rolf bei der Zahl 738 mit dem Witz vom fahrbereiten Gockel und der Henne draus brachte (auf Nachfrage in Aurach vollständig abrufbar).

Besondere Vorkommnisse:
  • Zum Kaffee nach Davos: Wir haben eine Perle der mondänen Skiwelt erwartet und fanden ein Dorado für Architekten der untersten Preisklasse. Hausham dürfte schöner sein. Die Schickeria war nicht zu finden, aber eine schicke graue Mütze für Heidrun.
  • Keine Verletzungen außer einem verstauchten Daumen von Rolf, der war nach vier Tagen fast abgeschwollen.
  • Die Skischuhe vom Wirt: Sie haben dieselbe Optik wie die vom Sigi, aber die falsche Größe. Der Umtausch war etwas umständlich, aber sinnvoll.
  • Erwin darf mit Heidruns Auto fahren. Er macht das gut.
  • Calanda Bier und Rotwein waren gute Betthupferl und im Bergbund Hausham offensichtlich nicht tabu. Wir kommen alle in den Himmel!
Alles noch im Februar erinnert von Siegfried Wismeth
Ein paar Bilder findet ihr hier!
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